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Lubawa
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Lubawa [] (deutsch Löbau in WestpreuĂen) ist eine Stadt mit etwa 10.500 Einwohnern im Powiat IĆawski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Contents
âą Geschichte
âą 19. Jahrhundert
âą 20. Jahrhundert
âą Demographie
âą Bauwerke
âą Verkehr
âą Landgemeinde
âą Literatur
âą Weblinks
âą FuĂnoten
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Geographische Lage
Die Stadt liegt im Grenzgebiet zwischen dem Kulmerland und PreuĂen, etwa 60 Kilometer sĂŒdöstlich von Marienwerder (polnisch Kwidzyn) und 18 Kilometer sĂŒdöstlich von Deutsch Eylau (polnisch IĆawa), unmittelbar sĂŒdwestlich der Kernsdorfer Höhe (polnisch Dylewska GĂłra), am FlĂŒsschen Sandelle (polnisch Sandela), und wird vom Fluss Welle (polnisch Wel) weitrĂ€umig umflossen.
Geschichte
Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit
Erstmals ErwĂ€hnung findet die terra Lubavia 1216 als Besitz des Missionsbischofs Christian von PreuĂen in einer Urkunde des Papstes Innozenz III. FĂŒr die Stadt datiert der erste schriftliche Nachweis von 1260. Ăber die Bedeutung des Namens sind sich die Linguisten nicht einig. Stadt und Burg wurden 1269 durch die Sudauer zerstört. Die Bischöfe von Kulm lieĂen Stadt und Feste wieder aufbauen und residierten im Schloss, bis sie 1781 ihren Sitz nach Kulmsee verlegten.
Beim (zweiten) Thorner Frieden von 1466 kam die Stadt zum autonomen Königlich PreuĂen oder âPolnisch PreuĂenâ, das sich freiwillig der Krone Polens unterstellt hatte, und dadurch 1569 schlieĂlich zur polnischen Adelsrepublik, die Königlich-PreuĂen den Autonomie-Status entzog.
1724 zerstörte ein Stadtbrand groĂe Teile der Stadt. Davon erholte sich Löbau nur schwer, 50 Jahre spĂ€ter hatte es nur 624 Einwohner und ĂŒber 100 GrundstĂŒcke lagen noch wĂŒst. Es gab kaum massive HĂ€user, vorherrschend waren Fach- und Schurzwerkbauten.
Im Rahmen der ersten polnischen Teilung, durch die unter Friedrich II. Königlich PreuĂen mit dem restlichen PreuĂen zusammengeschlossen wurde, kam Löbau 1772 zum Königreich PreuĂen. Zum 31. Januar 1773 wurde von Friedrich II. die Provinz WestpreuĂen gegrĂŒndet, in der Löbau bis 1920 lag, mit einer Unterbrechung von 1807 bis 1815, als Löbau dem Herzogtum Warschau zugeschlagen worden war.
19. Jahrhundert
1813 brannte das Schloss nach einem Blitzeinschlag aus und wurde abgebrochen. Auf dem Wiener Kongress kam Löbau wieder an das Königreich PreuĂen. Die Einwohnerzahl stieg bis 1819 auf 1300 an. 1818 wurde der Landkreis Löbau gegrĂŒndet, der unter den wechselnden Hoheiten bis 1948 bestand und dann aus Powiat lubawski in Powiat nowomiejski mit dem Sitz Nowe Miasto Lubawskie umbenannt wurde.
Im Jahr 1820 wurde das örtliche Bernhardinerkloster aufgehoben.cite-ref-mkl-2-0[2] Die Klosterkirche wurde der evangelischen Gemeinde zugewiesen.cite-ref-3[3] In den ĂŒbrigen KlostergebĂ€uden wurde spĂ€ter eine Schule eingerichtet.cite-ref-mkl-2-1[2]
Im Jahr 1884 bekam Löbau Anschluss an die Eisenbahn. In der Stadt war kaum Industrie ansĂ€ssig, es dominierten das kleine Handwerk und die KrĂ€merei. Von 1818 bis 1920 gab Löbau dem Landkreis Löbau seinen Namen, Sitz der Kreisverwaltung war aber das benachbarte Neumark. Löbau und sein Landkreis gehörten zum Regierungsbezirk Marienwerder in der Provinz WestpreuĂen des Deutschen Reichs.
WĂ€hrend der gesamten Zugehörigkeit zu PreuĂen bzw. ab 1871 zum Deutschen Reich bestand die Bevölkerung von Stadt und Umland aus deutschen, polnischen und masurischen Sprachgruppen und war ĂŒberwiegend katholischer Konfession. Im Jahr 1890 waren die HĂ€lfte der Stadtbewohner Polen.cite-ref-4[4]
20. Jahrhundert
Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Löbau eine evangelische Kirche, drei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Progymnasium, ein evangelisches Schullehrerseminar, eine PrÀparandenanstalt und ein Amtsgericht.cite-ref-mkl-2-2[2]
Im Jahr 1919 gehörte die Stadt Löbau zum Kreis Löbau (WestpreuĂen) im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz WestpreuĂen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg musste Löbau aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags, der die Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreuĂisches Territorium vorsah, an Polen abgetreten werden. Nach dem Ăberfall auf Polen im September 1939 trat das Korridor-Gebiet zum Deutschen Reich; am 26. Oktober 1939 wurde die bisher polnische Stadt Lubawa vorlĂ€ufig in Löbau umbenannt, und am 21. Oktober 1941 erfolgte die Umbenennung der Stadt Löbau in Löbau (Westpr.).cite-ref-terr-5-0[5]
Die Nationalsozialisten zerstörten die stÀdtische Synagoge. 1943 lebten 5657 Einwohner in der Stadt.
Im Jahr 1945 gehörte die Stadt Löbau (Westpr.) zum Kreis Löbau (WestpreuĂen) im Regierungsbezirk Marienwerder im Reichsgau Danzig-WestpreuĂen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Löbau im FrĂŒhjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Stadt von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung ĂŒberlassen. Die deutschen Einwohner wurden vertrieben.
Bei der Gebietsreform von 1999 schied Lubawa aus dem Powiat Nowomiejski aus und gehört seither zum Powiat IĆawski mit Sitz in IĆawa, dem frĂŒheren Deutsch Eylau.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1772 | 0 625 | [ 6 ] |
| 1785 | 1 115 | meistens römisch-katholische Polen [ 7 ] |
| 1802 | 1 269 | [ 8 ] |
| 1816 | 1 007 | davon 207 Evangelische, 585 Katholiken und 215 Juden [ 8 ] |
| 1819 | 1 297 | [ 6 ] |
| 1821 | 1 598 | [ 8 ] |
| 1831 | 2 126 | meistens Polen [ 9 ] |
| 1852 | 3 310 | [ 10 ] |
| 1864 | 3 951 | davon 1244 Evangelische und 2154 Katholiken [ 11 ] |
| 1871 | 4 224 | darunter 1350 Evangelische und 2350 Katholiken (2200 Polen ) [ 12 ] |
| 1875 | 4 506 | [ 13 ] |
| 1880 | 4 857 | [ 13 ] |
| 1890 | 4 593 | davon 1651 Protestanten, 2604 Katholiken und 338 Juden (2300 Polen) [ 13 ] |
| 1900 | 4 451 | meistens Katholiken [ 2 ] |
| 1910 | 5 365 | am 1. Dezember, davon 2123 mit deutscher Muttersprache (darunter 1610 Evangelische, 329 Katholiken, 173 Juden und elf Sonstige), 3144 mit polnischer Muttersprache (darunter 52 Evangelische und 3092 Katholiken), aber keine Einwohner mit kaschubischer Muttersprache [ 14 ] |
| 1921 | 4 600 | 400 Deutsche [ 15 ] |
| 1943 | 5 657 | [ 6 ] |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 2006 | 9 328 | |
| 2013 | 10 092 0. | |
| 2024 | 10 602 0. | [ 16 ] |
Bauwerke
âą Kirche der Heimsuchung der Jungfrau Maria und St. Anna, um 1330 errichteter gotischer Backsteinbau
⹠Kirche St. Johannes der TÀufer und Erzengel Michael, errichtet von 1600 bis 1610 im Stil der SpÀtrenaissance
âą Kirche St. Barbara, von 1770 bis 1779 errichteter Holzbau
âą Kirche der Heimsuchung der Jungfrau Maria im Ortsteil Lipy, neugotischer Backsteinbau von 1870
Verkehr
Der Bahnhof Lubawa ist Endpunkt der noch als Anschlussgleis betriebenen Bahnstrecke ZajÄ
czkowo LubawskieâLubawa. Der Ort Rakowice in der Gemeinde Lubawa hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke WarszawaâGdaĆsk.
Landgemeinde
Die Landgemeinde Lubawa, zu der die Stadt selbst nicht zĂ€hlt, umfasst ein Territorium von 237 kmÂČ mit 10.391 Einwohnern (1. Januar 2024). Der Sitz der Landgemeinde befindet sich im Dorf Fijewo.
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Hauptartikel
:
Lubawa (Landgemeinde)
Persönlichkeiten
âą Christoph Cuppener (um 1466â1511), Jurist (auch Kuppener oder Kupener)
âą Harris Newmark (1834â1916), GeschĂ€ftsmann in Los Angeles
âą Leopold Harris (Lewin Herschkowitz, 1836â1910), GrĂŒnder der Kaufhauskette Harris & Frank in Los Angeles
âą Moritz Jastrowitz (1839â1912), Psychiater, Neurologe und Internist
âą GebrĂŒder Jacoby, KaufhausgrĂŒnder in Los Angeles
âą Otto Schellong (1858â1945), Arzt und Ethnologe
âą Adolf Gottschewski (1875â1930), Kunsthistoriker und KunsthĂ€ndler
âą Erwin Liek (1878â1935), Arzt und Schriftsteller
âą Walther Ziesemer (1882â1951), Germanist, Diplomatiker und Sprachforscher
âą Gerhard Wilck (1898â1985), Oberst der Wehrmacht, Kampfkommandant von Aachen
âą Valentin Kielinger (1901â1969), Politiker
âą Georg Marschall (1903âunbekannt), Gebietskommissar, 1967 verurteilt wegen Beteiligung am Holocaust im Reichskommissariat Ostland, Ukraine.
Literatur
âą Löbau in WestpreuĂen, Kreisstadt, an der Sandelle, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz WestpreuĂen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Löbau in WestpreuĂen (meyersgaz.org).
âą Gustav Liek: Die Stadt Löbau in Westpreussen mit BerĂŒcksichtigung des Landes Löbau, Verlag Historischer Verein fĂŒr den Regierungsbezirk Marienwerder, Marienwerder 1893 (Google-Books); (Digitalisat).
âą Johann Friedrich Goldbeck: VolstĂ€ndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 44â45, Nr. 4; Textarchiv â Internet Archive.
âą August Eduard PreuĂ: PreuĂische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 433â434, Nr. 38; Textarchiv â Internet Archive.
âą Franz Wenzlaff: Löbau im Jahre 1656 (Aus dem âVorwortâ des Programms zur öffentlichen PrĂŒfung der Stadtschule zu Löbau. Elbing 1839). In: Neue PreuĂische Provinzial-BlĂ€tter. Andere Folge, Band 8, Heft 5, Königsberg 1855, S. 381â388.
⹠Martin Zeiller: Lobau. In: MatthÀus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 36 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
Commons
: Lubawa
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Stadt Löbau (Westpr.) (Territorial.de)
âą Offizielle Homepage der Stadt Lubawa
âą Karte von PreuĂen 1600s mit Löbau und abgeteiltem Land Lobovia (Memento vom 14. April 2005 im Internet Archive)
FuĂnoten
cite-note-area-and-population-in-the-territorial-profile-in-2024-11. Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
cite-note-mkl-22. â Löbau. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 12: LâLyra. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 641 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-33. â Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen. Gotha 1858, S. 363.
cite-note-44. â Michael Rademacher: Landkreis Löbau. Online-Material zur Dissertation, OsnabrĂŒck 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 21. Oktober 2023.
cite-note-terr-55. â Stadt Löbau (Westpr.) (Territorial.de)
cite-note-hhs-62. Handbuch der historischen StĂ€tten: Ost und WestpreuĂen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 123â124.
cite-note-jfg-73. Johann Friedrich Goldbeck: VolstĂ€ndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, S. 44â45, Nr. 4; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-aam-84. Alexander August MĂŒtzell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: TâZ. Halle 1823, S. 330â331, Ziffer 403; books.google.de
cite-note-aep-95. August Eduard PreuĂ: PreuĂische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 433â434, Nr. 38; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-106. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des PreuĂischen Staats. Berlin 1856, S. 359; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-shm-117. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch fĂŒr den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 90â91, Nr. 96.
cite-note-128. Gustav Neumann: Geographie des PreuĂischen Staats. 2. Auflage. Band 2. Berlin 1874, S. 50, Ziffer 4.
cite-note-vwg-139. Michael Rademacher: Provinz WestpreuĂen, Kreis Löbau/Neumark. Online-Material zur Dissertation, OsnabrĂŒck 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
cite-note-1410. Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der VolkszĂ€hlung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Königlich PreuĂisches Statistisches Landesamt, Berlin 1912, Heft III: Regierungsbezirk Marienwerder. 8. Kreis Löbau, S. 34â35, Ziffer 1 (Google Books).
cite-note-1511. Der GroĂe Brockhaus. 15. Auflage. Band 11, Leipzig 1932, S. 506â507, Nr. 2.
cite-note-1612. Gmina Lubawa: rok 2024 w liczbach. Urodzenia, Ćluby, zgony, najczÄĆciej nadawane imiona. Abgerufen am 1. Februar 2025 (polnisch).